BERNERLAND

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BERNERLAND BLOG

2017.08.15

Oberaargau Nord als Fusionsgemeinde im Bipperamt sowie Wangen und Umgebung?

Es tut sich was im Bipperamt. Eine große Fusion ist angedacht, die neben dem Bipperamt selbst auch noch die beiden Walliswil, Wangen und Wangenried umfassen soll. Hinter dem Projekt haben sich die meisten Gemeinderäte des Gebietes gestellt. Die Hauptziele sind, Projekte von gemeinsamem Interesse gemeinsam anzugehen und mit einer Fusionsgemeinde ein Gegengewicht zum dominanten Langenthal innerhalb der Region Oberaargau zu bilden.

Wenn das durchgeht, hat diese immer noch eher ländliche Gegend eine städtische Organisation und Verwaltung. Das kann Vorteile bringen und entlastet vor allem kleinere Dörfer von der Suche nach Gemeinderäten und Kommissionsmitgliedern sowie Teilzeitangestellten in der Verwaltung der Einwohnergemeinde. Möglicherweise geht dann aber auch der ländliche Charakter, der durch einige große Überbauungen in den Industrie- und Gewerbezonen bereits geschmälert ist, weiter verloren.

Näheres dazu s. bipperamt.ch

 

2017.05.25

Nun bekommt auch der Oberaargau seine Schnellstraße quer durch die Landschaft

Das Ergebnis war zu erwarten. Die meisten waren dafür:

1. die meisten Leute in Aarwangen, die unter dem Lärm und der Gefahr des Durchgangsverkehrs litten

2. die Oberaargauer Wirtschaft, die glaubt, zwei bis fünf Minuten weniger Fahrzeit bis zur Autobahn bringe dem Standort Langenthal einen gewaltigen Nutzen und Prestigegewinn

3. die meisten Lokal- und Regionalpolitiker, die etwas bewegen wollen, auch wenn es für Jahre nur Baumaschinen, Erde, Beton, Kies und Teer sind

4. die Presse, die der Meinung war, angesichts ihres Leidensdruckes habe die direkt betroffene Bevölkerung Anrecht auf eine radikale Lösung.

Alle wichtigen Argumente gegen diesen Autobahnzubringer - das ist er ja in Wirklichkeit - wurden unter den Teppich gewischt. Nicht von der Presse zwar, aber von der Regierung, der Region Oberaargau und vor allem vom Regierungsrat, der seine Macht nutzte - man kann auch sagen: missbrauchte -, um für den Planungskredit Reklame zu machen. Sechs der sieben Regierungsräte warben auch noch persönlich für das Projekt.

Dem hatten die Gegner der sog. Umfahrungsstraße Aarwangen nur das zu bieten, was einige engagierte Leute in ihrer Freizeit leisteten. Leider war die offizielle Website zum Thema nicht besonders attraktiv und wurde, wie die privaten Seiten zum Thema auf dieser Website, nicht allzu fleißig gelesen. Auch in den sozialen Medien war der Standpunkt wenig präsent.

Die neue Straße wird wesentlich mehr Verkehr bringen, und gut die Hälfte davon wird weiterhin durch Aarwangen rollen, weil das Dorf mit der Ausweitung seiner Wohngebiete und seiner Industrie- und Gewerbezone viel Ziel- und Quellverkehr hat. Außerdem werden es sich die Lastwagenfahrer aus Langenthal-Ost zweimal überlegen, ob sie den Umweg über Bützberg-Hard machen sollen.

Die erhoffte Belebung für die Wirtschaft wird ausbleiben. Kurz nach der Annahme des Projektierungskredits verkündete die Ammann-Gruppe, dass in der Produktion 120 Arbeitsplätze ins Ausland verlegt würden. Der Langenthaler Standort konzentriert sich auf Entwicklung und die Fertigung von Prototypen. Eine Überraschung ist das nicht.

Die Sanierung des Dorfes hingegen, besonders entlang der Strecke, wo auch die Bahn fährt, wird nun weniger zügig an die Hand genommen werden als bei einer Lösung wie in Bützberg.

 

2017.02.12

Mit dem Kopf durch die Wand und mit den Baumaschinen quer durch die Landschaft

Nun soll der Autobahnzubringer Oberaargau doch noch kommen, nur heißt er jetzt Umfahrungsstraße Aarwangen. Was als lokale "Verkehrssanierung" angepriesen wird, kostet 140 Millionen Franken und wirft alle Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte über den Haufen, nämlich dass zu der verbleibenden Landschaft Sorge getragen werden muss, dass ein großer Teil des Verkehrs auch auf Durchgangsstraßen hausgemacht ist und dass neue Straßen zu mehr Verkehr führen. Letzteres würde wesentlich für die neue Straße zwischen Langenthal und dem Längwald nördlich der Aare gelten. Die Umfahrungsstraße würde noch mehr Schwerverkehr anziehen, der die Autobahn verlässt und die Strecke zwischen Niederbipp und dem Kanton Luzern abkürzt. Bützberg und andere Dörfer haben auch viel Verkehr, doch dort hat man sich mit lokalen Maßnahmen, vor allem Inseln und Kreiseln zur Hebung der Sicherheit begnügt. Die präsentierte Lösung für Aarwangen ist teuer und wird nicht den erhofften Nutzen bringen. Die Betriebe in der Langenthaler Industrie- und Gewerbezone Nord werden kaum den Umweg über Bützberg-Hard auf sich nehmen.

Das Referendum gegen den Projektierungskredit für die Umfahrungsstraße Aarwangen ist zustandegekommen. Die Abstimmung findet am 21. Mai 2017 statt.

Gegen den Projektierungskredit haben sich SP, Grüne und Grünliberale sowie die Umweltverbände VCS, Pro Velo und Pro Natura.

Weiteres hier!

Eine Übersicht bietet der Bund:
http://www.derbund.ch/collectionuebersicht/umfahrung-aarwangen/story/10149542


2014.02.03

Regierungsrat will nun Autobahnzubringer Oberaargau und Emmental mit Tramgeldern bauen

Die Vorlage für ein Tram zwischen Ostermundigen und Köniz, welches den oft übefüllten Bus ersetzen sollten, wurde bekanntlich am 28. September 2014 verworfen. Erstaunlich ist, dass die Vorlage in den beiden Vorortsgemeinden abgelehnt wurde, die von einer besseren Verbindung nach Bern hauptsächlich den Nutzen gezogen hätten. In der Stadt jedoch fand das Projekt Zustimmung trotz der vorgesehenen Linienführung durch Spital- und Marktgasse, welche dieser Hauptachse der Oberstadt noch mehr Verkehr beschert und für Fußgänger (noch) wesentlich gefährlicher gemacht hätte.

http://www.bern.ch/mediencenter/aktuell_ptk_sta/tramlinie-10-trotz-zustimmung-in-der-stadt-bern-abgelehnt

http://www.bernerzeitung.ch/abstimmungsresultate/bern/Tram-Region-Bern-ist-gescheitert/story/30287908
http://www.derbund.ch/bern/region/Ostermundigens-unsichere-Zukunft-ohne-Tram/story/13549895

Dafür will der rot-grüne Regierungsrat des Kantons Bern die Gelder, die für das Tram reserviert waren, nun in die beiden Autobahnzubringer Oberaargau und Emmental investieren. Die Projekte segeln nun neu unter dem Titel "Verkehrssanierung". Der Große Rat hab beschlossen, den Fonds. in welchem angeblich Ende März 2015 dann "noch 150 bis 280 Millionen Franken"liegen werden, nicht mehr weiterzuführen.

http://www.bernerzeitung.ch/region/kanton-bern/Tramgelder-sollen-in-Strassenausbau-fliessen/story/11083295
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Es ist zu vermuten und zu hoffen, dass diese Rechnung nicht aufgehen wird. Die Ausführung der beiden Projekte würde zusammen gegen eine Milliarde kosten. Der Regierungsrat erhofft sich das fehlende Geld beim Bund zu holen, obgleich eine Aufnahme der beiden Strecken ins Nationalstraßenprogramm bereits mehrmals abgelehnt worden ist. Außerdem ist damit zu rechnen, dann in der Region Bern bald eine verbesserte Auflage der Tramvorlage Köniz-Ostermundigen folgen wird. Es ist anzunehmen, dass der Leidensdruck der Betroffenen in den Bussen dafür sorgen wird, dass sich die Leute die Sache noch einmal überlegen und einer zweiten Vorlage zustimmen werden. Das haben wir ja bei den Linien nach Bümpliz und Bethlehem auch schon einmal gehabt. Es ist nicht ratsam, einen neuerlichen Anlauf zu einer neuen Tramlinie mit einer Politik der leeren Kassen zu verbauen, und zwar aus sachlichen Gründen und auch, weil es nichts bringt, einen neuen künstlichen Graben zwischen Stadt und Land aufzureißen.


2013.05.26

Politologe Michael Hermann will die Schweiz weiter zubauen: Wachstum bis zum Ersticken

Des Politologen weiser Rat an die Berner: Betoniert die Umgebung eurer Stadt wie wir in Zürich. Zwar haben wir in der Schweiz eine Geburtenrate von 1.5, also müsste die Bevölkerung abnehmen. Es gelingt uns jedoch, mit Einwanderung jährlich über 1% mehr Einwohner zu haben, und so wächst auch die Wirtschaft. Der Wohlstand der meisten Leute nimmt jedoch nicht zu, die Lebensqualität schon gar nicht.

Artikel in der BZ:

http://www.bernerzeitung.ch/region/kanton-bern/Der-Selbstbetrug-im-gruenen-Grossraum-Bern/story/29476532


2013.05.24

Raumplanungsgesetz und Zweitwohnungsinitiative

Wir haben im Mittelland eine ähnliche Aufgabe wie die Bergler, nämlich sorgsam mit dem Boden umzugehen, insbesondere auch mit dem Kulturland. Das Raumplanungsgesetz setzt erste Pflöcke, weitere werden hoffentlich folgen. Der neue Verfassungsartikel dank Zweitwohnungsinitiative schützt die Berglandschaft weitgehend vor weiterer Überbauung und schafft die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung im Fremdenverkehr.


2013.05.23

Harte Linie des Bundesgerichts bei der Zweitwohnungsinitiative:
Der neue Verfassungsartikel gilt bereits vom Abstimmungstag an, also vom 12. März 2012;
Helvetia Nostra und die Stiftung für Landschaftsschutz sind zu Einsprachen berechtigt.

Aus der erwarteten Bauflut dank Baubewilligungen, die letztes Jahr zwischen dem 13. März und Ende Jahr noch bewilligt worden sind, zum Teil in Feuerwehrübungen, wird nichts. Helvetia Nostra und die Stiftung für Landschaftsschutz haben fleißig Einsprachen und Beschwerden gegen Baugesuche bzw. Baubewilligungen erhoben, die den neuen Bestimmungen widerlaufen.
Das ist gut so. Es scheint, dass es nötig war, das Berggebiet teilweise gegen den Willen der Bevölkerung zu schützen und ihm eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Es stimmt zwar, dass die Bauwirtschaft in vielen Gemeinden empfindlich getroffen wird und um eine Gesundschrumpfung nicht herumkommt. Das wird ziemliche viele Unternehmer und Arbeiter direkt betreffen und z.T. in erhebliche Schwierigkeiten bringen. Allerdings haben in den letzten Jahrzehnten die Bauunternehmungen nicht nur optisch mit ihren Bauplätzen das Bild der Bergdörfer geprägt, sondern sind in vielen Tourismusgemeinden auch politisch am Drücker gewesen. Dabei ist übersehen worden, dass schon vor der Abstimmung vom 12. März 2012 im Wahlkampf und auch unabhängig von der eidg. Volksinitiative in manchen Kantonen und vielen Gemeinden Signale ausgesendet wurden, die erkennen ließen, dass die Bautätigkeit nicht mehr im bisherigen Rahmen weitergehen konnte und dass in recht naher Zukunft kein Boden mehr würde überbaut werden können, wenn die Grundlage des Tourismus, nämlich die schöne Landschaft, erhalten bleiben sollte. Innovation ist gefragt: Bestehender Wohnraum kann für Gäste besser genutzt werden, und das trägt dann auch zum Einkommen der Berggemeinden und ihrer Bevölkerung bei. Es werden neue Arbeitsplätze geschaffen, die auch Leuten zugute kommen können, die vorher in der Baubranche gearbeitet haben. Die Bauunternehmer selbst können teilweise auf Renovationen ausweichen. Wenn bestehende Ferienhäuser und -wohnungen vermehrt vermietet werden, stehen auch Umbauarbeiten an.
Eine Berglandschaft, in welcher die Dörfer durch große und zum Teil hässliche Überbauungen entstellt sind, dient dem Tourismus letztlich nicht. Vielmehr würden wir durch ungebremste Bautätigkeit dem Tourismus bald einmal die Grundlage entziehen. Dem ist nun ein Riegel geschoben.
Gewinner der Abstimmung sind neben der Landschaft und letztlich neben den Berglern insgesamt besonders die Eigentümer bestehender Zweitwohnungen. Der Wert ihrer Liegenschaften wird in der Regel steigen. So können diese Eigentümer es auch verkraften, wenn sie mehr als bisher an die Infrastrukturkosten der Gemeinden beitragen müssen. Es ist abzusehen, dass viele Gemeinden dem Beispiel Silvaplanas folgen werden.


2013.05.22

Chaoten am Cupfinal und die späte Einsicht der Berner Stadtregierung

Die Einsicht und die markigen Worte Nauses und Tschäppäts kommen reichlich spät. Die Stadtregierung machte unangemessene Konzessionen an die Fußballfans aus Zürich und Basel; das Ergebnis war vorauszusehen. Die Chaoten haben sich wieder einmal einen rechtsfreien Raum geschaffen.
Die Schließung des Hauptbahnhofes für Reisende war ein Skandal. Vorher war oft argumentiert worden, auch Fußballfans hätten das Recht, bis in die Stadtmitte zu fahren, wenn sie es denn wollten. Den Fans wurde nachgegeben, andere Reisende hatten das Nachsehen.
Dann sollten ja die beiden Gruppen getrennt und zeitversetzt zum Stadion marschieren. Das wussten bereits in der Innenstadt einige Anhänger des FCB zu verhindern, indem sie auf jene von GC warteten und auf sie losgingen. Die zum Teil vermummten Leute wurden in der Stadt ungestraft gewalttätig, vergriffen sich an fremdem Eigentum, hinterließen Abfall und Unrat. Dann zogen die beiden Gruppen getrennt zum Stadion und bereits wurden Pyros gezündet.
Gegen Fanmärsche ist an sich nichts einzuwenden. Gerne erinnern wir uns an die Niederländer, welche an der EM mehrmals fröhlich über die Kornhausbrücke zogen. Doch am Pfingstmontag führten Vermummte die beiden Züge an. Vielleicht waren die meisten Fans, die ihnen nachliefen, friedlich gesinnt. Doch Mitläufer tragen auch Verantwortung für die Ereignisse. Ohne sie könnten sich die Chaoten nicht so frei und unerkannt bewegen.
Auf einem Bild ist zu sehen, wie ein paar Polizisten am Ende der Kornhausbrücke auf verlorenem Posten zusehen, wie der Basler Pulk heranmarschiert. Einer der Ordnungshüter hat sich sogar in die Straßenmitte vorgewagt, doch er würde sich nicht getrauen, zwecks Anzeige die Personalien der Männer mit den Strümpfen über ihren Gesichtern aufzunehmen.
Die Probleme lassen sich schon lösen, allerdings haben die Politiker die Zügel schon lange schleifen lassen. Die Käufer der Eintrittskarten und Benützer der Sonderzüge müssen beim Bezug registriert werden; für einen Polizei- und Ordnungsdienst der Stadt, welcher den Namen verdient, soll auf jedem Ticket ein Zuschlag von 50 Franken erhoben werden.
Endlich müssen auch die Pyros verschwinden. Das geht schon, wenn man es will. Ich bin auch schon in Edinburgh an einem heißen Spiel zwischen Hearts und Celtic gewesen; von Pyros und Gewalt keine Spur. Rings ums Spielfeld waren im Abstand von wenigen Metern Ordnungswächter postiert, welche aufmerksam nicht das Spiel, sondern das Publikum beobachteten. Aber vielleicht ist Feigheit ein Merkmal von uns Schweizern im allgemeinen und von unseren Politikern im besonderen.


2013.04.29

Landschaftsschutz im allgemeinen und Schutz des Ackerlands im besonderen:
Es tut sich was in der Schweiz - auch im Kanton Bern

Die Schweiz ist erwacht: Das Volk will die weitere Zersiedelung des Landes nicht mehr hinnehmen. Es geht darum, dass die Leute in unserem Lande zunehmend die Einsicht gewinnen, dass das wirtschaftliche Wachstum gezügelt werden muss.
Die Bevölkerung ist stark gewachsen, und zwar ausschließlich durch Zuwanderung. Die Nachfrage nach Wohnraum ist gestiegen, und der Verkehr auf Bahn und Straße hat massiv zugenommen. Es wird mehr Energie verbraucht, und dies erschwert die Energiewende, die ja jetzt großmehrheitlich befürwortet wird.
Gemeinden und Regionen haben gehofft, durch Bevölkerungswachstum mehr Steuern einzunehmen. Viele Gemeinden haben dabei durch ihre Bautätigkeit ihre Naherholungsgebiete zerstört, so dass die Leute nicht mehr zu Fuß in vernünftiger Zeit ins Grüne gelangen können. Manches Dorf sieht nun auch ziemlich hässlich aus und hat seine Seele verkauft. So ist Lebensqualität verloren gegangen.
Größerer Wohlstand hat diesen Verlust nicht wettgemacht. In der Schweiz tritt das durchschnittliche Einkommen an Ort, der finanzielle Mehrwert ist im wesentlichen nur einer kleinen Minderheit zugeflossen, die meistens nicht in den verunstalteten Dörfern wohnt und ihre Ferien weit weg von daheim verbringt.

Es lohnt es sich jedoch immer noch, Gegensteuer zu geben. Die Zweitwohnungsinitiative, die vor einem Jahre knapp angenommen wurde, wurde von der Stiftung Franz Weber lanciert, also eigentlich von einer Familie. Pro Natura hat es geschafft, dass die Eidgenössischen Räte als Gegenvorschlag ein Gesetz ausarbeitete und annahmen, welches die Ziele der Volksinitiative erfüllt. Im Kanton Zürich, der mehrheitlich bürgerlich geprägt ist, hat das Stimmvolk überraschend die Kulturinitiative der Grünen angenommen. Nun sind die FFF, die Fruchtfolgeflächen, die nicht eingezont sind, der Überbauung endgültig entzogen. Der Schritt erfolgt reichlich spät, aber besser spät als nie.

Nun hat auch im Kanton Bern die LOBAG, welche 12'000 Bäuerinnen und Bauern im Kanton vertritt, die Lancierung einer Kulturinitiative beschlossen. Die Kanton Freiburg und Solothurn sollen folgen. Die Initianten können sich gute Aussichten auf Erfolg ausrechnen. Sie tun sich zunächst selbst einen Dienst, denn wenn die Bauern als Gesellschaftsschicht im Kanton noch eine Rolle spielen wollen, sind sie daran interessiert, ihre Lebensgrundlage zu erhalten. Sie tun aber auch allen andern einen Dienst, denn wir haben ein schöneres Leben in einer Landschaft, in welcher Stadtgebiete und größere Dörfer durch zusammenhängendes offenes Land ausgeglichen werden, als wenn wir aus Industriegebieten, Einkaufszentren, Straßen und Parkplätzen, Wohnblöcken und Einfamilienhaussiedlungen nicht mehr herauskommen.

Stagniert dann die Wirtschaft? Nein, aber sie muss qualitativ wachsen, auf derselben Fläche, mit derselben Energie und mit gleich viel Personal Mehrwert schöpfen, d.h. in erster Linie bessere, hochwertige Produkte herstellen und sie zu einem Preis absetzen, den genug Käufer zu zahlen gewillt sind. Ungenutztes Industrielandreserven gibt es übrigens gemäß Brachenliste von Wüest & Partner eine ganze Menge, insgesamt etwa 1820 Hektaren in der Schweiz. Davon sind 1000 ha Industriebrachen im engeren Sinne, 220 ha Bahnbrachen, dazu kommen 88 ha Militärbrachen, 434 ha ausgemusterte Flugplätze und 83 ha andere Brachen. Davon sind
–   rund 235 ha Brachen im Kanton Bern (davon rund 100 ha Industriebrachen im engeren Sinne)
–   über 100 ha Brachen im Kanton Solothurn (davon rund 78 ha Industriebrachen im engeren Sinne).

Links zu den Industriebrachen:
–   Industriebrachen 2008: http://www.industriebrache.ch/brachenbestand
–   Industriebrachen in den Kantonen von Wüest & Partner (Diese Liste wird regelmäßig nachgeführt.)

Die Berner Initiative in der Presse:

Berner Bauern planen Kulturlandinitiative

http://www.derbund.ch/bern/kanton/Berner-Bauern-planen-Kulturlandinitiative/story/19299121
(11. April 2013)

Das Bauernland soll in der bernischen Kantonsverfassung so gut geschützt werden wie der Wald.Das ist die Stossrichtung einer kantonalen Initiative, die der Bauernverband Lobag in den nächsten Monaten ausarbeiten will.Die Delegierten gaben dazu am Donnerstag in Thun grünes Licht. Mit 274 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme und vereinzelten Enthaltungen sprachen sie sich für die Lancierung eines Begehrens zum Schutz der produktiven Landwirtschaftsflächen aus, wie der Verband mitteilte.Das Bauernland sei «in höchstem Mass gefährdet», hiess es an der Delegiertenversammlung. Im Kanton Bern gingen jedes Jahr etwa vier Quadratkilometer Bauernland verloren; das entspreche in sieben Jahren der Fläche des Brienzersees.Gründe dafür gebe es viele: Bautätigkeit, Siedlungsentwicklung, Verkehr und Freizeitaktivitäten gehörten dazu. Schon heute kann der Kanton Bern laut Lobag die nationalen Vorgaben bezüglich Fruchtfolgeflächen nicht mehr erfüllen.Bis zu 6000 Hektaren Fruchtfolgeflächen fehlen, wie Lobag-Präsident Hans Jörg Rüegsegger gegenüber Radio SRF erklärte. «Es besteht also Handlungsbedarf. Um unsere wichtigste Ressource langfristig zu erhalten, braucht es griffigere Instrumente.»WerbungAdTech adPartner gesuchtDer konkrete Initiativtext soll in den nächsten Monaten ausgearbeitet werden. Mit der Unterschriftensammlung möchte die Lobag im kommenden Herbst oder Winter starten - möglichst nicht allein. Sie möchte deshalb Partnerschaften aufbauen. Die Grünen haben bereits Interesse signalisiert.In Zürich wurde eine Kulturland-Initiative der Grünen vom Volk angenommen; die Umsetzung ist hängig. Das Begehren hat allerdings die Zürcher Landwirte entzweit. Das soll sich in Bern nicht wiederholen.Lobag-Präsident Rüegsegger gab am Donnerstag die Stossrichtung vor. «Wir wollen kein radikales Entwicklungsverbot», betonte er gegenüber Radio SRF. «Aber oft sind die Bauzonen am falschen Ort. Und mit verdichtetem Bauen ist auch auf dem Land ein sparsamerer Umgang mit dem Boden möglich.»

Berner Bauern wollen Kulturlandinitiative lancieren

http://www.schweizerbauer.ch/politik--wirtschaft/agrarpolitik/berner-bauern-wollen-kulturlandinitiative-lancieren-10103.html
(11. April 2013)

Die stetige Bautätigkeit verschlingt in der Schweiz täglich mehrere tausend Quadratmeter produktives Landwirtschaftsland. Auch im grössten Agrarkanton besteht Handlungsbedarf. Mit einer kantonalen Initiative will die Lobag im Kanton Bern dem Landverschleiss entgegentreten.

Die Schweiz wird zunehmend zugebaut. Im Mittelland fallen viele wertvolle Ackerflächen neuen Bauten zum Opfer. Pro Sekunde wird in der Schweiz ein Quadratmeter verbaut, das entspricht einer Fläche von rund elf Fussballfeldern. Doch in der Bevölkerung regt sich Widerstand gegen die „ungebremste Bauwut“. So stimmte das Schweizer Volk dem revidierten Raumplanungsgesetz zu, die Zürcher Stimmberechtigen sagten vergangenen Juli überraschend Ja zur Kulturlandinitiative. Die Kulturlandinitiative will, dass nur noch Böden überbaut werden dürfen, die für die landwirtschaftliche Nutzung nicht geeignet sind. Fruchtfolgeflächen, die nicht eingezont sind, dürfen demnach nicht mehr überbaut werden.

Diese hat nun auch die Berner Bauern ermuntert, eine kantonale Initiative mit ähnlichem Inhalt aufzugleisen. Wie die Lobag am Donnerstag in einem Communiqué schreibt, stehe das Kulturland durch das Ausbreiten von Wohnraum, Verkehrinfrastruktur, Renaturierungen, Verwaldung und Verbuschung unter Druck. Dies führe unter anderem dazu, dass der Kanton Bern die nationalen Vorgaben bezüglich Fruchtfolgeflächen nicht mehr zu erfüllen vermag. Bei Nutzungsinteressen werde in der Regel gegen das Kulturland entschieden. Nun soll das Kulturland nach dem Vorbikd es Waldes geschützt werden.

Die Delegierten der Lobag haben am Donnerstag grossmehrheitlich (274 Ja-Stimmen, eine Gegenstimme, vereinzelte Enthaltungen) die Lancierung einer kantonalen Initiative zum Schutz der produktiven Landwirtschaftsflächen zugestimmt. Nun folgen die Ausarbeitung des Initiativtexts und die Suche nach Partnern, heisst es weiter. Mit dem Sammeln von Unterschriften könnte ab kommenden Herbst oder Winter gestartet werden.

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2013.04.01

Ruf nach Raumplanung und Schutz für die Landschaft auch in Österreich
Die Zersiedelung macht vor Landesgrenzen nicht halt. Auch in Österreich wird über die Verschandelung der Landschaft geklagt. Ein Beispiel dafür habe ich auf einer Reise durch Österreich südlich von Zell am See gefunden. Dort ist die Landschaft nicht nur mit Industrie- und Gewerbebauten, sondern auch mit Einkaufszentren von fraglichem Nutzen für das Gemeinwohl verbaut worden. Der Kurort Zell am See wird durch dieses Quartier stark bedrängt und hat viel von seinem Charme verloren.
Ein weiterer Ort, der durch eine Großüberbauung verunstaltet worden ist, ist Liezen. Zufällig fanden wir in unserem Hotel in Graz einen Artikel dazu, welcher eben dieses Beispiel von Zersiedelung zum Aufhänger für einen lesenswerten Artikel gemacht hat:

Die Verschandelung der Landschaft

Der Artikel bezieht sich auf ein kürzlich erschienenes Buch:

Tarek Leitner. Mut zur Schönheit: Streitschrift gegen die Verschandelung Österreichs. Brandstätter Verlag (Wien und Münnchen) 2012.


2013.03.03

Raumplanungsgesetz für die Schweiz angenommen
Das Raumplanungsgesetz ist am 3. März mit 63% Ja-Stimmen angenommen: Das ist ein schöner Erfolg.
Nun gilt es darüber zu wachen, dass es sinngemäß angewandt wird und nicht mit allen möglichen Tricks umgangen wird.


2013.02.21

Änderungen im Raumplanungsgesetz (RPG): Retten, was noch zu retten ist
Ein griffiges Raumplanungsgesetz ist nötig; leider ist viel Zeit verloren gegangen, und viele Fehler sind nicht mehr rückgängig zu machen. Schon vor dreißig Jahren wurde die Zersiedelung des Landes beklagt. Als Antwort darauf wurde von den eidgenössichen Räten ein fortschrittliches eidgenössisches Raumplanungsgesetz erarbeitet und großmehrheitlich gutgeheißen. Leider wurde es aber in einem Referendum von 1976 knapp verworfen.
Die akutelle Vorlage versucht die Entwicklung endlich in den Griff zu bekommen.
Kompakte Siedlungen sind zu schaffen, Kulturland soll erhalten bleiben, brachliegende Flächen sollen genutzt werden. Zu den letzteren wird allerdings auch eingezontes Land gerechnet, welches noch landwirtschaftlich genutzt wird.
Einzonungen sind jedoch grundsätzlich immer noch möglich, wenn die Bauzone insgesamt dem Bedarfe für die nächsten fünfzehn Jahre entspricht, wie im Kanton Bern bereits jetzt, doch neu ist eine Mehrwertabschöpfung von 20% zwingend - eigentlich eine Selbstverständlichkeit, da für die Gemeinden durch die Erschließung der Grundstücke auch Kosten entstehen.
Einige Bemerkungen zu den Änderungen im RPG:
1. Zwar ist Kulturland, insbesondere Fruchtfolgeflächen, zu schützen, und Natur und Landschaft sind zu schonen. Ich hätte mir aber gewünscht, dass insbesondere das Kulturland ebenso streng geschützt wird wie der Wald, und das ist nicht leider der Fall.
2. Die Definition des Bedarfs bei den Bauzonen für 15 Jahre ist auf jeden Fall willkürlich, auch wenn auf die bisherige Entwicklung abgestellt wird. Bisher ist das Siedlungsgebiet fast in allen Gegenden erweitert worden. Das RPG neuer Lesart verhindert die Überbauung des Mittellandes in Zukunft nicht, wenn es sie auch in geordnetere Bahnen zu lenken versucht.
3. Natürlich ist verdichtetes Bauen angesagt, gerade in den Zentren, doch es ist nicht immer und überall die richtige Antwort. Das Wachstum der Wirtschaft sollte nur noch qualitativ sein, dass heißt in den vorhandenen Industrie- und Gewerbezonen sollte die zunehmende Wertschöpfung nicht mehr Boden als bisher beanspruchen und uns nicht noch mehr Verkehr bringen. Davon ist im Raumplanungsgesetz nach wie vor nicht die Rede.
4. Das RPG überlässt die Ausführung den Kantonen. Es wird sich weisen, ob das überall zu getreuen Handen geschieht.
Das Raumplanungsgesetz bringt dennoch Fortschritte, deshalb empfehle ich es zur Annahme. Entscheidend ist dann, dass es auch wirklich angewandt und nicht immer wieder umgangen wird.


2013.01.10

Niederbipp sucht gut situierte Zuzüger
In der BZ vom 22.02.2013 ist zu lesen, dass Niederbipp in einer Broschüre auflistet, wer im Dorf wo Bauland anbietet. Das Ziel ist es, dieses Bauland schneller der Überbauung zuzuführen. Erst wenn diese Parzellen genutzt worden sind, wird es möglich sein, auch am Jurahang für Villen Bauland einzuzonen, welches Leute mit höherem Einkommen anziehen könnte.

http://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/Die-Baulandvermarkter-der-Gemeinde-/story/11453604


2013.01.10

Bell hält unverdrossen an Oensingen fest und will 2018 Schweinezerlegerei eröffnen
Bell scheint gegenwärtig zu florieren, wenn man das von einem Schlachtunternehmen überhaupt sagen kann. Ob die Aussichten mittel- und langfristig ebenso rosig sind, bleibt offen:
In den Schweizer Mastbetrieben essen die Tiere großenteils Importfutter. Wenn dieses einmal wesentlich teurer wird - und das ist durchaus wahrscheinlich -, ist die Mast bei uns nicht mehr rentabel und bricht ein. Dann haben wir in unseren Schlachthäusern Überkapazitäten. Denn für Futteranbau reicht unser Boden je länger desto weniger, die Acker- und Weideflächen reichen bald einmal nicht einmal mehr für vegetarische Kost, da ja die Bevölkerung durch Zuwanderung gewaltig wächst und das Land erbarmungslos in großem Tempo zubetoniert wird.
Vielleicht gelingt es Bell, sich in Oensingen durchzusetzen. Die Stimmbürger haben ja auch in der Vergangenheit ihr Dorf ohne viel Gegenwehr zumüllen lassen, und die Dorfregierung ist offenbar auf diese Entwicklung sogar stolz. Wenn dann der zusätzliche Verkehr noch kommt, folgt das böse Erwachen; aber dann wird vermutlich die Flucht nach vorn angetreten, und es werden noch mehr Straßen gebaut.


2013.01.08

Verdichtetes Bauen als Ei des Kolumbus?
Dass mit dem Boden sparsam und nachhaltig umgegangen werden sollte, ist außer Zweifel. Gerade in städtischen Gebieten ist durchaus auch Verdichtung angesagt, nur sollten Hochbauten, die von weit her sichtbar sind, architektonisch wirklich überzeugen und nicht einfach Umsetzung von Basteleien mit Legobausteinen sein. Was das Projekt in Ostermundigen angeht, teile ich Herrn Gerbers Zweifel. Doch gegenwärtig läuft ja gerade noch die Mitwirkungsfrist, und wer gute Vorschläge einbringen kann, ist dazu eingeladen, das zu tun: http://www.ostermundigen.ch/de/aktuelles/mitwirkungen/ueo_baeren_hochhaus/
Ich teile jedoch auch die Meinung der Herren Audergon und Kaiser, dass das Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung, welches wir in den letzten Jahren erlebt haben, widersinnig ist. Es wird in kauf genommen oder gefördert, nur damit die Wirtschaft wachsen kann und verhältnismäßig wenige Leute daraus Profit schlagen können. Für die meisten von uns sind die Folgen nachteilig: Es gibt mehr Verkehr, teurere Wohnungen und weniger Landschaft. Immer weniger Leute in unserem Lande können zu Hause aus zu Fuß rasch ins Grüne gelangen, dorthin wo es innerhalb von 500 Metern keine Häuser gibt. Der Lebensstandard der meisten Leute in der Schweiz hat in den letzten zehn Jahren stagniert, die Lebensqualität ist sogar zurückgegangen.
Wie weit sind wir denn gekommen, wenn es unanständig sein soll, in einem Haus mit Umschwung zu leben und einen Garten zu halten, vielleicht auch Gemüse und Obst zu ziehen, wenn man das denn will? Wir sind schon heute so zusammengepfercht, dass viele Leute wie in Käfigen wohnen. Die Geburtenrate ist in unserem Lande so niedrig, dass eigentlich die Bevölkerung zurückgehen müsste. Das heißt nicht, dass es keine Ein- und Auswanderung geben soll. Doch der Saldo müsste eigentlich negativ sein: Das würde helfen, die Schweiz vom Siedlungsdruck, den wir erleben und den die meisten von uns beklagen, zu befreien.
Leider aber leben wir auf Pump: Wir verbauen und verschwenden unser Land, vertrauen auf billige Lebensmittelimporte bis in alle Zukunft und schaffen Verkehrsprobleme, die nicht mehr zu lösen sind. Von sozialem Zündstoff ganz zu schweigen.


2013.01.03

Das Sparpaket des Kantons Bern: noch stets Trauer um die abgelehnte Ecotax
und Wut auf den erfolgreichen Volksvorschlag

Das nachträgliche Wehklagen der Verliererseite wird immer peinlicher. Ecotax war eine schlechte Vorlage: Mit der Privilegierung von Elektrofahrzeugen wäre der CO2-Ausstoß nur zu den Lieferanten des zusätzlich benötigten Stroms verschoben worden, denn CO2-neutral wäre die Produktion desselben keineswegs gewesen.
Nun sind die Motorfahrzeugsteuern im Kanton Bern im Schweizer Mittel; vorher haben wir jahrzehntelang mehr gezahlt als andere. Nun sieht es so aus, als ob Schulen und Spitäler und was weiß ich alles mit diesem Geld finanziert worden seien: Das ist natürlich Unsinn. Der Fehler liegt bei RR Simon, die beim Budget bereits vor der Abstimmung von der Ecotax ausging. Wenn der Beitrag der Motorfahrzeugsteuern zum Gemeinwohl so wichtig war, wie jetzt glauben gemacht wird, dann hätte der Große Rat gar nichts ändern sollen, und wir würden fröhlich weiter die hohen Steuern zahlen wie früher.
Natürlich sollten Pendler möglichst im Zug oder Bus fahren statt im Privatwagen. Es hat auch keinen Sinn, immer mehr Straßen zu bauen oder Straßen auszubauen, denn das hat nur mehr Straßenverkehr und Zersiedelung zur Folge. Aber auch der öffentliche Verkehr kann nicht beliebig ausgeweitet werden; die Schmerzgrenze wird bald einmal erreicht sein. Auch der öffentliche Verkehr belastet die Umwelt und ist nicht wirklich nachhaltig.


2012.12.31

Wort des Jahres: die zugemüllte Landschaft
Wir können unseren Schreibtisch zumüllen oder unser E-Mail-Postfach wird zugemüllt. Neuerdings wird das Wort auch auf unseren Lebensraum angewandt; jedenfalls ist diese Verbindung in der Schweiz angekommen. Gegen Ende dieses Jahreshabe ich mehrmals in den Medien gehört und gelesen, dass das Land durch Bauten immer mehr zugemüllt werde. Ob diese Bedeutungsvariante von zumüllen überhaupt erst im Jahre 2012 entstanden oder doch schon vorher verwendet worden ist, dieser Frage bin ich nicht nachgegangen.
Wie auch immer, es wird nicht mehr nur vom Zubetonieren der Landschaft gesprochen, sondern auch vom Zumüllen. Dieser Sprachgebrauch scheint doch ein wachsendes Bewusstsein dafür zu sein, dass wir mit der ungebremsten Zersiedelung unseres Landes den falschen Weg eingeschlagen haben. Hoffentlich wird das neue Raumplanungsgesetz im kommenden Jahre angenommen. Von selbst wird das nicht geschehen, denn es gibt namhafte Gegenkräfte, die weiter mit dem Boden Raubbau treiben wollen.
Auch mit der Annahme des Gesetzes ist es dann noch nicht getan; es muss auch noch befolgt, umgesetzt werden. Wir werden uns weiterhin in unserer engeren Heimat dafür einsetzen müssen, dass die offene Landschaft erhalten bleibt, jedenfalls das, was von ihr übrig geblieben ist. Was regional von großer Bedeutung ist, wird oft landesweit gar nicht wahrgenommen, und wenn doch, dann bleibt die politische Verantwortung dennoch in der Region. Bei uns, jedenfalls im Oberaargau, können sogar die Gemeinden selbst entscheiden: Ich meine damit nicht die Gemeinderäte, die vorwiegend immer noch an mehr Industrie, mehr Straßen und mehr Einwohnern interessiert sind und sich dadurch mehr Wohlstand versprechen. Dabei bleibt aber die Lebensqualität auf der Strecke. Nein, ich meine die Stimmbürger, die an der Gemeindeversammlung oder in Gemeindeabstimmungen, nötigenfalls mit einem Referendum, das letzte Wort haben.


2012.12.31

Zitat des Jahres aus unserer Region
Gemeindepräsident Markus Fluri anlässlich einer (Des)informationsveranstaltung:

"Mir hei haut afen urbani Verhäutniss!" Er meinte damit Oensingen.


2012.12.31
Widersprüchliche Signale aus Oberbipp
Oberbipp hat in den letzten Jahrzehnten ein großes Industrie- und Gewerbegebiet um die Tanklager herum geschaffen. Dort hat sich das Metallbauunternehmen Korff angesiedelt, und vor einiger Zeit hat Schöni eine Sauerkrautfabrik gebaut. Diese wirkt nach einigen Nachbesserungen so, dass die Geruchsemissionen in einem erträglichen Rahmen bleiben. Im Westen des Dorfes hat Volg ein Logistikzentrum für die westliche Schweiz errichtet. Dieses zerschneidet leider die offene Landschaft zwischen Oberbipp und Wiedlisbach, doch bleibt die Beeinträchtigung gerade noch in einem erträglichen Rahmen.
Weiteres dazu...