Neu: Die Autobahn zwischen Luterbach und Härkingen soll auf je drei Spuren ausgebaut werden.

Bundesrat will sechs Spuren durchs Bipperamt vorziehen

Von Robert Grogg. Aktualisiert am 12.04.2013 http://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/Bundesrat-will-sechs-Spuren-durchs-Bipperamt-vorziehen/story/31595350?comments=1

Der Ausbau der A1 zwischen Luterbach und Härkingen soll vorgezogen werden – jedenfalls wenn es nach dem Willen des Bundesrates geht.

Der Bundesrat schickt sein zweites Programm zur Beseitigung von Engpässen auf dem Nationalstrassennetz in die Vernehmlassung.

Versteckt unter «Solothurn-Aargau» findet sich darin auch eine wichtige Neuigkeit für den Oberaargau: Der Ausbau der A1 auf sechs Spuren zwischen Luterbach und Härkingen bekommt deutlich höhere Priorität. Das bedeutet: Wenn gar keine Verzögerungen eintreten, könnte bereits ab 2018 gebaut werden. 660 Millionen Franken sind für diesen rund 20 Kilometer langen Abschnitt vorgesehen.
Direkt betroffen sind die Gemeinden Wiedlisbach, Wangen an der Aare, Oberbipp und Niederbipp. Aber ein Ausbau der A1 auf sechs Spuren wird sich auf die Verkehrsflüsse im ganzen Oberaargau auswirken.
Dass auf diesem Autobahnabschnitt eine fünfte und sechste Spur gebaut werden sollen, war bekannt. Weil dieses Projekt bereits weit fortgeschritten ist, wurde es vom Bundesrat nun aber in die oberste Dringlichkeitsstufe befördert.
«Druck ist deutlich grösser»
Laut Thomas Rohrbach, Mediensprecher beim Bundesamt für Strassen (Astra), haben neue Prognosen für den Arbeitsmarkt und die Siedlungsentwicklung dazu beigetragen. «Der Problemdruck ist deutlich grösser als bei der letzten Beurteilung 2009», sagt Rohrbach.
Die Vernehmlassungsfrist dauert bis zum 7.August. Jedermann darf sich äussern. Sicher auch die Gemeinden. Rohrbach verspricht, dass alle Eingaben ausgewertet und an den Bundesrat weitergeleitet werden. Zustimmen müssen auch die eidgenössischen Räte. «In rund einem Jahr wissen wir mehr», so der Astra-Sprecher.
Ohne neue Aare-Brücke?
Spätestens wenn die Pläne aufgelegt würden, werde das Projekt ganz sicher viel zu reden geben, sagt Rohrbach. Jedoch tangiere die Verbreiterung – ausser vielleicht in Niederbipp – vergleichsweise wenige Wohnhäuser. Noch sei das benötigte Land nicht gesichert. Der bereits erfolgte einseitige Ausbau des sogenannten Wangenstutzes zeige aber, dass gar nicht so viel Land benötigt werde. In erster Linie werde jeweils der Mittelstreifen deutlich verschmälert. Ob die Brücke über die Aare verbreitert werden muss, kann Rohrbach noch nicht sagen. Es sei denkbar, dass dort nur die Pannenstreifen aufgehoben würden.
Fritz Scheidegger (SVP), er ist Gemeindepräsident in Wangen an der Aare und Präsident der Regionalen Verkehrskonferenz, konnte die Neuigkeit gestern noch nicht kommentieren. «Das ist auch für mich neu», sagt er. Er geht davon aus, dass der Ausbau im Bipperamt sicher begrüsst wird. Ist doch bekannt, dass die regionalen Strassen bei Staus auf der A1 jeweils innerhalb kürzester Zeit vom Ausweichverkehr verstopft sind. Das bestätigt auch Thomas Rohrbach: «In den letzten Jahren ist die T5 dem Jurasüdfuss entlang an vielen Stellen zurückgebaut worden, und die verschiedenen Verkehrssysteme überlagern sich hier sehr direkt.»
Laut Scheidegger wird die Verkehrskonferenz die Auswirkungen auf die Region breit diskutieren. «Die Vernehmlassung wird sicher im regionalen Entwicklungskonzept, das in den nächsten Wochen startet, ein wichtiges Thema sein.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 12.04.2013, 06:11 Uhr